Verein
Vom Handwerkerverein zum Verein der Ketscher Betriebe
Vor 125 Jahren, am 07.09.1901, gründeten 26 Handwerksmeister den Handwerkerverein Ketsch. Wie daraus der Verein von Handwerk, Handel, Dienstleistung und freien Berufen wurde.
Am 07.09.1901 kamen 26 Handwerksmeister ins Gasthaus „Zur Rose“ und gründeten den Handwerkerverein Ketsch. Heute, 125 Jahre später, sind im Verein Handwerk, Handel, Dienstleistung und freie Berufe zu Hause. Die Festschrift zum 100-jährigen Bestehen erzählt, wie es dazu kam.
Ein reiner Handwerkerverein
Der Verein begann als Zusammenschluss von Handwerksmeistern aus dem Ort. Der erste Vorstand bestand aus einem Bäcker-, einem Schmiede-, einem Tüncher-, einem Schreiner-, einem Schneider- und einem Maurermeister. Die ersten Themen waren Handwerksthemen: Lehrlingswesen, Gewerbeschule, Buchführungs- und Meisterkurse, eine Gesellen- und Lehrlingsausstellung.
Früh offen für den Handel
Schon 1902 besprach der Verein, sich in „Handwerker- und Gewerbeverein“ umzubenennen, und 1904 ist in der Chronik von einem „Gewerbeverein Ketsch“ die Rede. Der damalige Vorsitzende Fritz Keilbach schrieb 2001, man habe schon zwei Jahre nach der Gründung auch Gewerbetreibende, „also den Bereich Handel“, aufnehmen wollen. Für 1928 und 1933 nennt die Chronik aber wieder den „Handwerkerverein“. Fest im Vereinsnamen steht das Gewerbe seit der Weitergründung am 02.12.1950: Seitdem heißt der Verein „Handwerker- und Gewerbeverein Ketsch“.
Der Schwerpunkt verschiebt sich
Schon in den Protokollen der 1950er Jahre ist eine Verlagerung zugunsten des Handels zu erkennen; immer wieder hieß es, man müsse mehr für das Handwerk tun. Der letzte Vorsitzende aus dem Handwerk war Anfang der 1970er Jahre der Zimmermann Jakob Scheer, sieht man vom kurzen kommissarischen Vorsitz des Fliesenlegers Peter Antes 1988 ab. Weihnachtsmarkt und Straßenfest, die beiden großen Veranstaltungen des Vereins, nennt die Festschrift ausdrücklich keine Handwerkerveranstaltungen. Die Handwerker band der Verein vor allem über die Leistungsschauen ein.
Um 2001: vier Bereiche
In der Mitgliederstatistik, die die Festschrift wiedergibt, stellte der Handel 40 Prozent, das Handwerk fast 35 Prozent, die Dienstleistungen 23 Prozent und die freien Berufe 2 Prozent. Am stärksten gewachsen war in den 1990er Jahren die Dienstleistung. Die Grenzen sind fließend, schreibt die Festschrift: Der Metzgermeister hat ein Ladengeschäft, der Autohändler eine Werkstatt, der Koch ein Restaurant. „Man ergänzt sich gegenseitig“, heißt es dort.
Heute
Die Satzung beschreibt den Verein als Zusammenschluss selbständiger Unternehmer aus Handel, Gewerbe, Industrie und freien Berufen (§ 2). Das Verzeichnis auf dieser Website ordnet die Mitgliedsbetriebe nach Handwerk, Handel, Dienstleistung und Gastronomie, wie schon das Verzeichnis der früheren Vereinsseite.
Der Gedanke vom Anfang trägt bis heute. Nach dem ersten Jahrzehnt hielt die Chronik fest, der Zusammenschluss aller Handwerker und des freien Gewerbes im Ort habe sich bewährt, als „Organ zur Selbsthilfe“, in dem „einer für alle und alle für einen“ stehe.
Die ganze Geschichte steht auf der Seite Geschichte des Vereins.
